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Kolumne 20. März 2004 - <br>Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr

Traugott Giesen Kolumne 20.03.2004 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr

von Traugott Giesen

Hast du das Gefühl, das Paradies liegt weit zurück und du wärest in der Wüste und hoffst auf einen Moses, der dir den Weg zeigt, wie es weitergehen kann? Warte nicht auf andere. In dir selbst ist die Energie großer Tatkraft. Die Lampe ist nicht aus. Nur schwieriger ist alles geworden. Und die Angst setzt unter Druck. Ja, die frohen Tage sind vorbei. Erstmals.

Du hattest mal klein angefangen, dann drehtet ihr ein immer größeres Rad. Um das in Schwung zu halten, braucht es immer neuen Einsatz. Der ist nicht zu kriegen, im Gegenteil, einiges, was sicher schien, bricht weg. So müsst ihr neu gewichten, was ist absolut notwendig, was ist noch wichtig und was ist weder notwendig noch wichtig, ist nur wünschenswert.

Wichtiges und Wünschenswertes ist aufschiebbar - das wieder zu denken und im Kopf Klarheit zu schaffen: Nur das Lebensnotwendige ist jetzt zu sichern. Zwei Jahre harter Verzicht.

Wichtiges und Wünschenswertes, aber nicht Lebensnotwendiges ist zurückzustellen, zu kündigen, einzustellen, stillzulegen - zur Not zu verkaufen. Euer Zusammenleben muss bleiben, ihr müsst euch ernähren können, das Dach überm Kopf halten, die Arbeitsmöglichkeit sichern. Aber kann man zusammenrücken, Mieter ins Haus nehmen? Wenn so die Pfändung zu verhindern ist, wäre das einen Versuch wert. Und das Auto geht auch zwei Nummern kleiner. Und das Reiten muss unterbleiben. Und keine Reise, kein Kino für eine Strecke Zeit - geht alles.

Neu gewichten, was geht und was nicht, das öffnet auch Gedankenschneisen voller Lichtblicke. Eigentlich endet nichts, sondern verwandelt sich nur, es geht weiter mit euch, auch wenn ein Stück Rückbau jetzt dran ist. Ihr müsst die Mittel konzentrieren, die Ausgaben verringern, Einnahmen mehren.

Es kann sein, dass du aus Liebe mehr gibst, als du hast. Du magst nicht enttäuschen, bist gern der Großzügige, der Versorger. "Papa wird's schon richten, 's gehört zu seinen Pflichten", hieß mal ein Song in den siebziger Jahren, was zeigt, dass Überforderung aus Verwöhnen ein ewiges Problem ist.

Aber widrige Umstände stoßen uns an unsere Grenzen. Erst wenn es kein Weiter gibt, dann geht es auch anders. Das ist die schmerzliche, aber nahrhafte Erfahrung über Generationen.

Auf einmal, weil der Scheck der Eltern ausbleibt, wird das Studium unterbrochen und Arbeit angenommen. Auf einmal versucht sich Frau wieder in ihrem früheren Beruf. Auf einmal jobbt der unter Beschäftigungsmangel leidende Mann wieder und findet zurück in einen gesellschaftlichen Rhythmus. Oder die Großmutter muss doch nicht ins Heim, weil ein Enkel zu ihr zieht, und überraschend gründen sie eine WG. Eine Katastrophe kann alles platt machen. Das ist furchtbar, und man muss bitten und kann sich nur ausliefern der harten Sozialhilfe. Aber behalte den Instinkt, überleben zu wollen und wieder selbst dich durchbringen zu können. Bleib spritzigen Sinnes für das Erzeugen von Einkünften. Auf niedrigerem Niveau nimm neue Fahrt auf. Dir soll was glücken.


 



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