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Kolumne 28. August 2004 - <br>Elan, Energie, Erfolg - Wir wollen auch etwas bewegen

Traugott Giesen Kolumne 28.08.2004 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Elan, Energie, Erfolg - Wir wollen auch etwas bewegen

von Traugott Giesen

Olympische Spiele sehen steckt an. Jeden Betrachter durchzuckt ein Strahl heißen Willens, man rennt doch mit, springt mit, ringt mit, rudert mit, siegt mit und verliert auch mit. Was die können, nein das kann ich nicht - aber ihr Können macht die Welt reicher an Vermögen. All das Schnelle, Hohe, Weite, Schöne ist erreicht, ist also prinzipiell menschenmöglich. Sicher gibt es einsame Genies - wie Picasso malen, konnte nur er.

Aber kreativ kannst du auch sein, schon die Kinder, wenn man ihnen Farbe gibt, gestalten die Welt neu, malen Menschen mit vier Augen und acht Händen, malen Monster, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Sagte doch Simon dem Rabbi: "Ach ich möchte ein zweiter Mose werden." Sagte der Rabbi: "Werd nicht Mose der Zweite, sondern Simon der Erste; werde Du." Aber eben auch mit Hingabe, mit Leidenschaft, mit Bereitschaft, dich zu schinden.

Wohl wahr: Erfolg ist fünf Prozent Inspiration und 95 Prozent Transpiration. Soll doch keiner meinen, die Nüsse des Lebens ließen sich zwischen weichen Kissen knacken. Sicher haben Erben ein leichteres Starten. Aber der Anfang aus der Fülle kann schnell abgleiten: Läuft es von selbst, so geht's bergab - eine alte Geschichte. Jeder muss seinen Fleiß einbringen und seine Mühe, muss anderen nützen, damit die den Nutzen am Laufen halten wollen und dafür gut zahlen. Die auf der Aschenbahn und auf dem Spielfeld geben sich völlig dran, aus Freude am Gelingen, aus Lust am Siegenwollen und sich Überwinden. Oft haben sie sich viele Jahre präpariert, sind täglich an ihre Leistungsgrenze gegangen, haben Qualen auf sich genommen, bis ihnen die Tränen aus den Augen schossen. Die Radfahrer, die Ruderinnen, die Geräteturner, wie oft wohl sind sie gestürzt, haben sich alles verrenkt und blau geschlagen. Und immer sind sie einmal mehr aufgestanden als liegen geblieben. Das ist der Lehrstoff der Kinder - hinfallen aufstehen - wir alle hatten ihn mal intus, sonst hätten wir nie laufen gelernt.

Aber jetzt? Schwächeln wir? Bewundern die Helden aus sicherem Lehnstuhl? Und gähnen? Nein, wir stehen auch auf, wir wollen auch was bewegen, wir sind noch da, und wie. Wir streifen die Ärmel hoch. Und machen was. Wir räumen auf, ziehen um in eine passendere Wohnung oder lassen jetzt das Rauchen oder unterziehen uns der Operation. Oder wagen uns an Bindung; an Kinder, ja das wäre grandios, oder bauen den Steinofen für die duftende Pizza und die Nachbarn kaufen sie uns vom Blech weg. Oder man lernt endlich Russisch oder Türkisch und kann Vater, Mutter des Stadtteils werden, startet die Suppenküche im Gemeindehaus. Oder geht in die Politik und müht sich fürs Gemeinsame. Oder lernt noch ein Instrument oder macht endlich seinen Abschluss, geht in die Herzsportgruppe oder Rückenschule, oder tut sich mit andern zusammen und sie bauen auf Gegenseitigkeit ihre Häuser, oder sanieren ihre Kirche. Was ist? Nichts für dich dabei? Natürlich nicht. Aber du hast Grips genug, deins zu machen.


 



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