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Kolumne 10. Juli 2004 - <br>Du nimmst so viel aus dem Glauben - stärke die Kirche

Traugott Giesen Kolumne 10.07.2004 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Du nimmst so viel aus dem Glauben - stärke die Kirche

von Traugott Giesen

Die sozialen Einrichtungen der Kirche sind wichtig. Aber noch viel wichtiger ist der Stoff aus dem die Nächstenliebe ist. Da ist die Kompetenz der Kirche unersetzlich. Kirche schützt den Boden, aus dem die soziale Verpflichtung füreinander quillt. Kirche ist nicht die Liebe, aber sie hütet das Wissen vom Quellgrund der Liebe. Dass Gott, der Grund des Seins, Liebe ist und nicht explodierende Natur, das ist der Grund für humanes Denken.

Auch wenn wir tausend Mal uns aneinander vergehen, bleibt die Menschenwürde unantastbar. Wir machen die Liebe nicht, bestenfalls gehen wir der Liebe an die Hand, wir Erfindungen Gottes. Die Humanität ohne jüdisch-christliche Wurzel ist eine abgeschnittene Blume. Wir müssen uns wissen als einen Hauch vom Atem der Welt; ich, du - ein Stück der Bejahekraft des Alls, das macht unsere Würde.

Einander zu bestärken, dass Gott, die Liebe, uns will und braucht, dazu ist Kirche da. Kirche weiht in das religiöse Wissen der Menschheit ein, erzählt die Bilder des Heils. Die Taufe sagt dem Neugeborenen zu: Gut, dass Du da bist, einzigartig, wunderbar, nicht wegen irgendwelcher Zwecke. Und Kirche traut Menschen, erklärt sie einander von Gott anvertraut (und zugemutet).

Weder kann man ernsthaft Kinder wollen auf eigene Rechnung, noch eine Ehe schließen auf Verdacht. Für Kinder müssen wir uns berufen wissen vom Leben, und bei der Trauung muss ich die Ehe wollen, mindestens bis dass der Tod sie scheidet; sonst sollte man sich loslassen für die, den Richtigen. Und zu Grabe kommt, was sterblich ist an uns, wir aber gehen auf große Fahrt, werden heimgeholt ins "Haus von Licht". Darum hat jeder Abgelebte ein Recht auf einen liebevollen Nachruf und die Zurückbleibenden brauchen ein Gebet, sonst fällt doch alles auseinander.

Aber wer sagt es uns, wer bürgt dafür, wer weiß die Belege aus dem Frömmigkeitsschatz der Menschheit? Wer besorgt die Sonn- und Feiertage, wer hütet den Herd der Gewissheit und des Trostes, wer hört zu und stiftet zu Geselligkeit und Hilfe an im Quartier, wenn nicht Kirche und seine Hüter und Hirtinnen?

Nichts gegen andere freisprechende, liebevolle Gemeinschaften und Religionen. Aber was ist deine Kirche? Du kannst nicht selbst Kirche sein, du kannst auch nicht deine eigene Sprache haben. Du nimmst so viel aus dem Schatz des christlichen Glaubens, dann stärke auch die Kirche. Kirchensteuer ist dabei das Wenigste, ist ja nur das Minimum, was ich als Christ fairerweise sonntags in die Kollekte geben müsste, wo doch alles nur anvertrautes Gut ist. Die Kirchensteuer sparen, ist letztlich doch nur für die Nachkommen; die aber haben mehr davon, wenn sie intakte Kirche erben, damit auch sie noch Humus für ihre Humanität haben.

Und noch eins: Atheist könnte ich nie sein, dazu bin ich viel zu skeptisch. Wäre ich's aber, würde ich doch Kirche mittragen, wie ich auch für Oper und Sternwarten Steuern zahle, obwohl ich nicht hingehe. Zumindest hütet Kirche was, was schön wär, wenn's stimmt.


 



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