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Kolumne 18. Dezember 2004 - <br>Maria und Josef - Das neue Mannsbild/Frauenbild

Traugott Giesen Kolumne 18.12.2004 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Maria und Josef - Das neue Mannsbild/Frauenbild

Himmel und Erde

von Traugott Giesen

Früh nutzt die erste Christengemeinde die Eltern Jesu, um an ihnen das Neue abzubilden. "Wer der erste sein will unter euch, der sei Diener aller" - ist ja Jesu grundstürzendes Gebot. Wie daraus ein neues Rollenbild für Mann und Frau entwickeln?

Nicht mehr Adam als das Maß aller Dinge, die Frau das andere Geschlecht; der Mann und die Männin - so im Schöpfungsbericht. Ab Christus gebiert die Frau nicht mehr als des Mannes Eigentum, sondern als Gottes Magd, sie gebiert nicht dem Mann, sondern Gott seine Kinder.

Der Evangelist Matthäus beschreibt an Josef den neuen Mann. Der wird Diener des Neuen, Behüter, Ernährer des Kindes und seiner Mutter. Josef verliert das Recht der Väter von Urzeiten, dem Kind den Namen zu geben. Der Name Jesus (Joschua - Gott rettet) wird offenbart und zwar der Maria. Und Josef und damit dem Mann überhaupt wird das Recht abgesprochen, die Frau mit Kind sitzenzulassen. Im neuen Denken des Jesus ist Vater der, der das Kind annimmt. Als Josef entdeckt, daß seine Verlobte schwanger ist, will er sie verstoßen, aber die rationalen Taggedanken werden durchkreuzt durch göttliche Weisung. Ihm träumt: "Das von ihr geboren wird, das ist vom heiligen Geist empfangen." Josef ist freundlicher Diener dem Neuen, er drängt nicht auf Weitergabe des Eigenen.

Und die neue Frau? Die Ikone der starken Frau, der zumindest gleichwertigen Frau, vielleicht das Urbild des neben Jesus wahren Menschen, malt der Evangelist Lukas.

Maria hört die Engelsbotschaft: "Du sollst schwanger werden und einen Sohn gebären." "Ich weiß von keinem Mann", sagt sie abweisend, und ist dann doch offen für Wunder: "Wie soll das geschehen?" Sie hört: "Die heilige Geistkraft wird dich überschatten." Dann sie: "Ich bin des Herren Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast" - ein großes Einvernehmen mit der Schöpfung, sagen wir, mit dem Schöpfer, ist vielleicht Urbild aller wissenden Frauen. Sie wissen, daß sie letztlich vom väterlich-mütterlichen Lebensgrund empfangen und Gottes Mitschöpferin sind; was das Zutun des Mannes nicht ausschließt, aber doch kleinhält. Er holt ja später hoffentlich auf. Die Urchristenheit nutzt das Symbol Jungfrau, um die Gottessohnschaft des Jesus zu unterstreichen, aber es ist kein biologisches, sondern ein geistiges Geschehen: Maria ist neben Jesus der leuchtende Mensch überhaupt, keine Frau hat so viele Ideale auf sich gezogen. Voran das Bild der freien Frau, die nur Gott sich beugt, sonst keinem, und wenn sie dient, bleibt sie gerade damit die erste. Maria wird unter dem Kreuz dem Lieblingsjünger Johannes anvertraut und umgekehrt - ein Bild, daß die Kirche Sache von Mann und Frau ist. Maria beweint den Leichnam Jesu - ist so Inbild aller Mütter, die die Greuel der allermeist männlichen Gewalttaten und Kriege betrauern. Und Maria im Himmel als Schutzmantel aller Flehenden spricht einfach zum Herzen.

Josef und Maria als große Leitbilder für den freien, den liebenden Menschen tun jedem gut. Kein Wunder, daß wir alle beim Krippenspiel Maria oder ihren Josef spielen wollten.


 



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