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Kolumne 21. August 2004 - <br>Auf die Welt gekommen zu euch, durch euch

Traugott Giesen Kolumne 21.08.2004 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Auf die Welt gekommen zu euch, durch euch

Einblicke - Ausblicke

von Traugott Giesen

Ihr ward selbst mal so nackt und völlig bedürftig in die Welt geschlüpft. Und jetzt seid ihr gewürdigt, diesem neuen Leben auf die Erde zu helfen. Ihr habt es entgegen genommen, wie ihr noch nie etwas bekamt - das Gewicht der Welt liegt in euren Armen, an deiner Brust. Damit ist das Spaßleben, wenn ihr es denn hattet, vorbei. Jetzt seid ihr für einen Menschen da, seid ihm die ersten Engel hier. Nie seid ihr mehr ihr ohne dieses Wesen. Selbst wenn ihr es kurz abgebt, ist es bei euch. Bisher war eure wichtigste Definition: Spross eurer Eltern und Mann dieser Frau, Frau zu diesem Mann.

Aber jetzt bestimmt euch alles entscheidend: Du Mutter, Vater dieses Kindes. Ihr zeigt ihm die Welt, ihr sagt, was wertvoll ist, ihr legt ihm nahe, was schön ist, was gut ist, was gilt, was sich gehört, ihr lehrt es Gut und Böse, und wo Lebensmut wächst. Ihr gebt ihm von eurer Herkunft weiter, was sich euch bewährt hat. Über euch hinaus knüpft ihr die Kette der Generationen weiter, ihr gebt weiter die Freude, hier zu sein, Mensch zu sein. Und ihr macht, vielleicht ohne es zu wissen, euren Eltern das schönste Geschenk - ihr segnet sie und die Vorfahren mit, indem ihr euch dem Leben nicht entzieht, sondern euch auch einer nächsten Generation widmet.

Kinder sind eine Gabe Gottes, sagt die Bibel. Das meint: Kinder werden empfangen, nicht gemacht. Ihr habt euch dem Leben hingehalten. Dass Gott euch beruft, Eltern zu sein, ist Ehre und Aufgabe und Antrieb sondergleichen. Die Liebe zu Kindern bessert uns - mehr als sonst was auf der Welt. Für sie arbeitet ihr, für sie steht ihr nachts auf, für sie lernt ihr, euch zu beherrschen. Weil sie da sind, werdet ihr für sie Werte schaffen. Auch soll für sie öfter mal ein Gott zugewandter Ton aus euren Stimmen klingen.

Wenn ihr euer Kind schlafen seht, geht euch die Seele auf und ihr betet im Stillen. Weil sie in Frieden leben sollen, werdet ihr eine geschwisterlich getönte Menschheit anstreben und werdet eure Stadt kinderfreundlich und heimatlich machen. Wir hatten unsern Eltern fürs Zeugen und Gebären nicht gedankt, vielleicht mal fürs Sorgen. Der Dank für Leben geht in die nächste Generation. Darum strahlen Eltern auch, wenn sie zu Großeltern gemacht werden und Großeltern zu Urgroßeltern: Es beglückt sie, dass ihre Brut auch das Dasein für der Mühe wert hält und nicht sagt: Nach uns die Sintflut, sondern: Nach uns Nennenswertes, Wunderbares, Wichtiges. Ihr habt ein Motivbündel im Arm, das euch antreibt; sein Elan wird euch speisen, seine Willenskraft euch befeuern. Seine Präsenz wird euch klären, sein völliges Vertrauen zu euch wird eure Loyalität zu einander stärken. Ihr werdet euer Kind lieben und verehren und ihm ein Geschwister schenken, wenn es vergönnt ist. Wisst das und gebt ein Tauffest: Inklusive all der Mühen, die auf euch zu kommen, ihr seid im Glück.


 



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